Methodik
Version 2.0 · 25. Sept. 2026 · Für jedes Unternehmen gilt dieselbe feste Methodik; einzelne Aktien werden nicht von Hand angepasst.
Grundsätze
- Zuerst: Was unterstellt der Kurs? Die Leitkennzahl jeder Seite ist das Umsatzwachstum (alternativ die operative Marge), das der heutige Kurs unterstellt. Das ist robuster als jede Punktschätzung.
- Nachvollziehbar: Jede Zahl ist eine berichtete Tatsache (mit XBRL-Konzept und Bericht), eine Marktgröße (mit Datum und Quelle), eine offengelegte Annahme oder ein Modellergebnis mit Formel.
- Nur öffentliche Daten: SEC-Pflichtberichte, Renditen des US-Finanzministeriums, historische Handelsdaten der IEX und die veröffentlichten Markt- und Branchenparameter von Aswath Damodaran.
- Modellwert statt Kursziel: ein Basisfall mit Bear–Bull-Spanne – keine Kursprognose und keine Empfehlung.
Abdeckung und Aktualisierung
53 der größten in den USA notierten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, die US-GAAP-Abschlüsse in XBRL einreichen. Banken und Versicherer sind ausgenommen, weil ein Free-Cashflow-Modell auf Gesamtkapitalebene für sie nicht passt. Jeden Morgen (UTC) lädt die Datenstrecke die neuesten SEC-Daten (einschließlich der XBRL-Instanz des jüngsten 10-Q/10-K), Anleiherenditen, Damodarans aktuelle Parameter und die IEX-Handelsdaten des Vortags, rechnet alle Bewertungen neu und veröffentlicht die Seiten.
1 · Historische Basis
- Geschäftsjahre aus 10-K-Berichten (der neueste, ggf. angepasste Wert gilt); letzte zwölf Monate = letztes Geschäftsjahr + laufendes Jahr bis dato − Vorjahreszeitraum.
- EBITA = berichtetes operatives Ergebnis + Abschreibungen auf zugekaufte immaterielle Werte + beim Kauf sofort abgeschriebene zugekaufte Forschung. Beides sind Folgen früherer Übernahmen; das Modell schreibt Übernahmen nicht fort und behandelt sie daher nicht als laufende operative Kosten. Aktienbasierte Vergütung bleibt Aufwand.
- Operatives Kapital = Eigenkapital + Finanzschulden inkl. Leasingverbindlichkeiten − Liquidität und Wertpapiere − Goodwill − zugekaufte immaterielle Werte − Beteiligungen at equity: das Kapital, das organisches Wachstum bindet (wie bei Koller, Goedhart & Wessels, Valuation). Frequenzlizenzen und andere unbefristete operative Rechte bleiben enthalten.
2 · Eigenkapitalkosten (CAPM)
- ERP: Damodarans implizite Marktrisikoprämie des S&P 500 (monatlich), aus Indexkursen und erwarteten Cashflows abgeleitet.
- rf: Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen am Stichtag der Prämie. Eine implizite Prämie ist gegen die Rendite dieses Tages gemessen; sie mit der Rendite eines anderen Tages zu kombinieren, würde zwei Schätzungen vermischen. Die heutige Rendite wird zum Vergleich gezeigt.
- β (bottom-up): das um Kassenbestände bereinigte unverschuldete Beta der Branche (Damodaran, „Betas by Sector (US)“), angepasst an die Verschuldung inkl. Leasing: β = βU × (1 + (1 − t) × D/E). Branchen-Betas mitteln über viele Unternehmen und sind verlässlicher als eine Regression einzelner Kurse. Zuordnung: Visa und Mastercard → Information Services; Alphabet und Meta → Advertising (Haupterlösquelle; Damodarans Internet-Software-Aggregat wird von verlustreichen Nebenwerten dominiert).
3 · Fremdkapitalkosten
Zinsdeckung (EBIT ÷ Zinsaufwand, LTM) → synthetisches Rating und Kreditaufschlag (Damodarans Tabelle für große Industrieunternehmen). Vor Steuern = rf + Aufschlag; nach Steuern × (1 − 25 %), dem US-Grenzsteuersatz.
4 · WACC und sein Pfad
E = Börsenwert (Referenzkurs × verwässerte Aktien), D = Finanzschulden inkl. Leasing (Buchwert). Dieser WACC gilt für die Jahre 1–5; in den Jahren 6–10 gleitet er linear auf die Kapitalkosten eines durchschnittlichen reifen Unternehmens, rf + ERP – den Satz, mit dem auch Damodarans implizite Prämie die Cashflows des Markts nach Jahr 5 diskontiert.
5 · Prognose (Jahre 1–10)
- Umsatzwachstum startet beim jüngsten Trend – Mittel aus Dreijahres-CAGR und Wachstum der letzten zwölf Monate, begrenzt auf 0–25 % – und sinkt linear bis Jahr 10 auf die Endrate.
- Operative Marge (EBITA plus Zinsanteil operativer Leasingraten) läuft vom aktuellen Niveau auf ein Ziel in Jahr 5: das eigene jüngste Niveau (Schnitt aus drei Geschäftsjahren und LTM); liegt es unter der Branchenmarge (Damodaran), auf halbem Weg dazwischen.
- Steuern auf das operative Ergebnis: effektiver Satz der letzten drei Jahre in den Jahren 1–5, danach Übergang auf den Grenzsteuersatz von 25 %.
- Reinvestition = Umsatzzuwachs ÷ Umsatz/Kapital. Das Verhältnis ist der eigene Dreijahresschnitt (Umsatz ÷ operatives Kapital), begrenzt auf das 0,5- bis 2-Fache des Branchenwerts; ohne positives operatives Kapital das 2-Fache. So werden schnell wachsende Unternehmen nicht für heutige Investitionsspitzen bestraft, und jeder Dollar Wachstum ist an das nötige Kapital gebunden.
- FCFF = NOPAT − Reinvestition, diskontiert mit den kumulierten Kapitalkosten des jeweiligen Jahres (zum Jahresende).
6 · Endwert
- g = risikoloser Zins (Damodarans Standard: Kein Unternehmen wächst dauerhaft schneller als die Volkswirtschaft; seine implizite Prämie unterstellt dasselbe).
- ROIC im Endwert = der niedrigere Wert aus aktueller Rendite auf das operative Kapital und Branchenrendite (Damodaran), mindestens aber die Kapitalkosten. Die Reinvestitionsquote g/ROIC hält Wachstum und Investitionen konsistent.
7 · Vom Unternehmenswert zum Wert je Aktie
Wert je Aktie = Eigenkapitalwert ÷ verwässerte durchschnittliche Aktienzahl des letzten Quartals (Deckblattzahl, wenn die verwässerte Zahl fehlt oder unplausibel ist). Weist ein Unternehmen Aktien nur je Gattung aus, addieren wir alle Gattungen; Visa nutzt die verwässerte, in Klasse A umgerechnete Zahl.
8 · Reverse DCF, Szenarien und Sensitivität
- Vom Kurs impliziertes Wachstum: das Startwachstum (gleicher Verlauf), bei dem der Modellwert dem Kurs entspricht, alle anderen Annahmen unverändert. Implizite Marge: die Zielmarge, die dasselbe beim Basis-Wachstum leistet. Implizite Kapitalkosten: der WACC, bei dem der Basisfall dem Kurs entspricht.
- Bear / Bull: Wachstum 5 Prozentpunkte niedriger/höher, Zielmarge 20 % niedriger/höher; Kapitalkosten und Kapitalbedarf wie im Basisfall.
- Warum die Lücke? Weichen Kurs und Basisfall um mehr als 50 % voneinander ab, nennt die Seite die Annahme, die sich am wenigsten bewegen müsste (gemessen in Szenario-Schritten: 5 Punkte Wachstum, 20 % Marge, 1 Punkt WACC), um den Kurs zu erreichen.
- Sensitivität: Wert je Aktie für WACC ±1 Punkt und ein Endwachstum bis 2 Punkte unter dem Basisfall.
Multiplikatoren, Management, Wettbewerber
EV/EBITDA, KGV und KUV beruhen auf LTM-Werten; der EV enthält Leasingverbindlichkeiten. Management-Zitate sind wörtliche Auszüge aus der jüngsten Ergebnismitteilung (Formular 8-K, Anlage 99.1); Schritte der Wettbewerber sind wesentliche 8-K-Meldungen der Vergleichsunternehmen der letzten 120 Tage, jeweils mit Link.
Bekannte Grenzen
- Ein mechanisches Modell für alle: neue Geschäfte, die in den Zahlen noch nicht sichtbar sind (etwa autonomes Fahren oder Robotik), Regulierung, Rechtsstreitigkeiten und Managementqualität bildet es nicht ab.
- Buchwerte ersetzen den Marktwert der Schulden; Pensionsdefizite und nicht börsennotierte Beteiligungen sind nicht enthalten.
- Das historische Wachstum enthält noch Übernahmen; die Obergrenze von 25 % und der sinkende Verlauf begrenzen den Effekt.
- Der Referenzkurs ist der letzte Handel der regulären Sitzung an der IEX, nicht der offizielle Schlusskurs der Heimatbörse.
Änderungen
- 2.0 (25. Sept. 2026): FCFF-Modell nach Damodaran (sinkendes Wachstum, Margenkonvergenz, Reinvestition über Umsatz/Kapital, ROIC im Endwert); Leasing, Minderheiten und Vorzugsaktien in der Brücke zum Eigenkapital; verwässerte Aktien; EBITA und operatives Kapital ohne Übernahmeeffekte; Reverse DCF als Leitkennzahl; Bear/Basis/Bull-Szenarien. Version 1.0 schrieb eine Dreijahres-Durchschnittsmarge des freien Cashflows fort; das bestrafte Unternehmen in Investitionsphasen und ignorierte Reinvestitionen im Endwert.
- 1.0 (25. Sept. 2026): erste Version (nicht öffentlich).